Glossar

Explizites Wissen

Explizites Wissen ist Wissen, das sich vollständig in Sprache oder Symbole übersetzen lässt und damit dokumentierbar, lehr- und lernbar ist. Es umfasst Fakten, Regeln, Konzepte, Methoden und Prozesse, die in Handbücher, Datenbanken, Anleitungen oder Richtlinien festgehalten werden können. Im Gegensatz zum impliziten Wissen ist explizites Wissen von der Person, die es besitzt, loslösbar und kann an andere weitergegeben werden, ohne dass diese Person anwesend sein muss.

Beispiele für explizites Wissen in Organisationen

Explizites Wissen begegnet uns täglich in jeder Organisation:

  • Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen
  • Checklisten für wiederkehrende Aufgaben
  • Organigramme und Stellenbeschreibungen
  • Rechtliche Vorschriften und Compliance-Richtlinien
  • Technische Handbücher und Bedienungsanleitungen
  • Datenbanken mit Kundendaten und Produktinformationen
  • Best-Practice-Sammlungen und Lessons-Learned-Dokumente

Abgrenzung zum impliziten Wissen

Die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen geht auf den Wissenschaftsphilosophen Michael Polanyi zurück. Explizites Wissen ist nur die Spitze des Eisbergs: Es macht schätzungsweise 10 bis 20 Prozent des gesamten organisationalen Wissens aus. Der viel größere Teil ist implizit, also nicht aufgeschrieben, nicht vollständig artikulierbar und an die Personen gebunden, die es tragen.

Für das Wissensmanagement bedeutet das: Klassische Dokumentation erfasst nur einen Bruchteil des tatsächlich vorhandenen Wissens. Organisationen, die sich allein auf explizites Wissen verlassen, riskieren massiven Wissensverlust, wenn erfahrene Mitarbeitende die Organisation verlassen.

Explizierung: Von implizit zu explizit

Ein zentrales Ziel im Wissenstransfer ist die Explizierung: das Sichtbarmachen von implizitem Wissen, sodass es dokumentiert und weitergegeben werden kann. Dieser Prozess ist aufwendig und gelingt nie vollständig, weil implizites Wissen im Kern an die Erfahrung und das Urteilsvermögen einer Person gebunden ist. Er lässt sich aber durch strukturierte Interviews, gezielte Nachfragen und narrative Techniken fördern.

Moderne KI-gestützte Systeme können dabei unterstützen, indem sie auf Antworten mit kontextbezogenen Folgefragen reagieren und so Wissen erschliessen, das bei einem einfachen Fragebogen verborgen geblieben wäre.

Bezug zu Erfaro

Erfaro erfasst sowohl explizites als auch implizites Wissen in einem integrierten Prozess. Dokumente und strukturierte Antworten werden als explizites Wissen in der Wissensbasis abgelegt. Die KI-generierten Vertiefungsfragen zielen darauf, implizites Wissen zu explizieren und damit für Nachfolger im Onboarding zugänglich zu machen. Das Ergebnis ist ein Wissensarchiv, das weit über klassische Dokumentation hinausgeht.

Wie Erfaro explizites und implizites Wissen gemeinsam sichert: Wissenstransfer beim Mitarbeiteraustritt. Oder direkt eine Demo anfragen.

Häufige Fragen

Was ist explizites Wissen?

Explizites Wissen ist Wissen, das sich vollständig in Sprache oder Symbole übersetzen lässt und damit dokumentierbar, lehr- und lernbar ist. Beispiele sind Handbücher, Prozessbeschreibungen, Checklisten und Anleitungen.

Was ist der Unterschied zwischen explizitem und implizitem Wissen?

Explizites Wissen lässt sich vollständig dokumentieren und kommunizieren. Implizites Wissen ist an Personen gebunden, schwer artikulierbar und entsteht durch langjährige Praxis und Erfahrung.